HALBES JAHR NACH DER DIAGNOSE

Hallo zusammen

Ich habe jetzt seit 6 Monaten die unschöne Diagnose MS und möchte euch hier einen kleinen Einblick ermöglichen, was es für mich verändert hat.

 

Wie geht es mir?

Grundsätzlich geht es mir wirklich gut und es gibt eigentlich nicht viel, wo ich wirklich einen Grund zum Klagen habe.

Wie jeder Mensch nerve ich mich wohl eindeutig zu viel wegen Sachen, die es nicht wert wären, und verbrauche viel zu viel Energie mit diesen Kleinigkeiten.

 

Was hat sich verändert?

So einiges und trotzdem eigentlich nichts….Ich kann an sich genauso weiterleben wie früher, außer dass ich jetzt weiß, dass ich auf bestimmte Sachen vermehrt achtgeben muss.

Da ich all 28 Tage im Spital bin, kann ich so aber auch super meine Fragen stellen und somit lernen ob jetzt diese Symptome die ich im Alltag bemerkte etwas mit der MS zu tun haben oder ob ich es einfach unabhängig davon behandeln soll.

 

Wie haben es die Mitmenschen aufgenommen?

Überwiegend sehr gut. Viele kannten Multiple Sklerose schon von Fällen in der Familie/Freundeskreis oder informierten sich auf Seiten wie die der MS-Stiftung.

Selbstverständlich hatte es auch bei meinem Freundeskreis solche, die es nicht verstehen konnten, dass es jetzt halt wirklich eine bis anhin unheilbare Krankheit ist, und wollten mir klar machen, dass ich doch nicht so überreagieren sollte, da die Ärzte ja sowieso nur Geld daraus machen wollen, sowie könnte ich mich ja auch selber heilen, wenn ich die Ernährung umstelle und viel Sport machen würde.…….

Viele von Ihnen waren so weit weg von der Realität und hatten so extrem mühe einfach mal zuzuhören, sodass ich mich entschied, mich zu distanzieren.

Sicherlich war dieser Schritt nicht einfach, da unter anderem auch ein Freund dabei war, mit dem ich seit 10 Jahren jede Woche Kontakt hatte, aber schlussendlich musste ich mir selber sagen, dass es so für mich viel besser ist.

 

Wo liegen die größten Probleme?

Mein Alltag wird immer mehr von der gleichen Frage geprägt, und zwar „konnte ich das früher nicht einmal besser/schneller?“

Da ich sehr viel mit Zahlen arbeite und es dann auch vorkommen kann, dass ich mich 3-4h extrem auf eine Arbeit konzentrieren muss, merke ich je länger desto mehr, das es einfach nicht mehr in der gleichen Geschwindigkeit möglich ist, sowie das ich zwingend regelmäßige Pausen einlegen muss.

Auch beim Thema Gedächtnis habe ich das Gefühl, das ich länger stöbern muss, bis ich die Antwort wieder finde.

Es ist aber nicht so, dass ich an sich dümmer wurde (hoffe es zumindest^^), ich brauche einfach mehr Zeit für die gleichen Aufgaben.

Ein wenig skeptisch machen mich die Erinnerungen an die Tage, als es so warm wurde und sich dann meine Symptome so verstärkt haben, dass ich Probleme mit den Augen, Gehen, Konzentration und der starken Müdigkeit gleichzeitig hatte und es für mich dann auch an manchen Tagen einfach zu viel wurde……

Always look on the bright side of life

 

Wie möchte ich weitermachen?

Eigentlich ist mein Hauptziel genau so leben zu können wie früher, also der MS nicht die Oberhand zu überlassen, sondern gemeinsam mit Ihr das Leben zu bewältigen.

Sich gegen etwas zu stellen, dass sowieso nicht weggeht, hat ja bekanntlich noch nie funktioniert 🙂

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